Warme Sommerabende, lästige Mückenstiche – und eine überraschend einfache Lösung
Die Abende werden immer wärmer, man sitzt gemütlich im Garten – und dann kommen wieder diese nervigen Stiche. Dabei würde eine einzige clever gewählte Pflanze die gesamte Abendstimmung grundlegend verändern. Die meisten Gärten setzen nach wie vor auf den klassischen Rasen, der in der Hitze jedoch schnell vergilbt und Woche für Woche den Einsatz des Rasenmähers fordert. Zum Glück gibt es eine weitaus bessere Alternative. Sie benötigt kaum Wasser, ist nahezu pflegefrei, duftet wunderbar – und vertreibt blutsaugende Insekten zuverlässig von Ihrem Grundstück.
Die niedrige Thymiansorte, die Mücken schlicht nicht ausstehen können
Immer mehr Hobbygärtner entdecken den Zauber des Kriechthymians mit seinen winzigen violetten Blüten. Im Fachhandel ist er häufig als schmalblättriger Sandthymian erhältlich – auch bekannt als roter Kriechthymian –, eine besonders beliebte und robuste Variante des Wildthymians. Diese aromatische Bodendecker-Pflanze bildet einen dichten, maximal zehn Zentimeter hohen Teppich. Sie gedeiht hervorragend zwischen Trittsteinen, an Böschungen oder an Stellen, wo sich normaler Rasen dauerhaft nicht halten kann.
Von Mai bis September ist dieser natürliche Teppich förmlich übersät mit kleinen rosa bis purpurroten Blüten. Eine kahle Gartenecke verwandelt sich so wie von Zauberhand in ein blühendes, einladendes Polster. Die Blättchen behalten zudem ihre dunkelgrüne Farbe während der Wintermonate, sodass Ihr Grundstück auch in der kälteren Jahreszeit nicht trist und leer wirkt.
Drei entscheidende Vorteile: wenig Arbeit, Wasserersparnis und Ruhe vor Insekten
Der rote Kriechthymian vereint genau das, was sich jeder moderne Gartenbesitzer wünscht. Seine kleinen Blättchen enthalten hocharomatische ätherische Öle mit einem kräftigen, würzigen Duft, den Mücken schlichtweg nicht tolerieren. Der Duft entweicht aus den Blättern besonders beim leichten Berühren oder Betreten. Pflanzen Sie dieses duftende Wunder rund um Terrasse oder Gartenlaube, entsteht eine natürliche Geruchsbarriere, die lästige Insekten zuverlässig von Ihrem Erholungsbereich fernhält.
Warum dieser Thymian der ideale Rasenersatz ist
Während herkömmlicher Rasen im Sommer sehr schnell austrocknet und seinen frischen Glanz verliert, bleibt Kriechthymian erstaunlich lang sattgrün. Das liegt in seinem natürlichen Vorkommen auf trockenen, nährstoffarmen Hängen begründet. Er fühlt sich daher genau an jenen exponierten Stellen pudelwohl, wo Sie normales Gras ständig bewässern und düngen müssten.
- Minimaler Wasserverbrauch: Sobald die Pflanze im Beet zuverlässig angewurzelt ist, kommt sie in den meisten Fällen mit dem normalen Regenfall vollkommen aus.
- Kein Wochenend-Mähen mehr: Dank der maximalen Wuchshöhe von rund zehn Zentimetern darf der Rasenmäher getrost in der Garage bleiben.
- Rettung für Problemstellen: Kriechthymian füllt Fugen zwischen Pflastersteinen, Einfassungen von Einfahrten, Trockenmauern und heiße Bereiche im Steingarten perfekt aus.
- Paradies für Nützlinge: Die üppige Blütenfülle wirkt wie ein Magnet auf Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere wichtige Bestäuber.
Der Wechsel vom klassischen Rasen hin zu einem Mosaik anspruchsloser Bodendecker macht sich schnell auch auf der Wasserrechnung bemerkbar. In trockenen Sommermonaten lassen sich problemlos mehrere tausend Liter kostbares Wasser sparen, weil das abendliche Bewässern mit dem Gartenschlauch schlicht nicht mehr nötig ist.
Wann und wo sollte man dieses Kraut am besten pflanzen?
Der günstigste Pflanzzeitpunkt liegt im frühen Frühjahr. Der Boden sollte nach dem Winter leicht erwärmt, aber noch nicht vollständig ausgetrocknet sein. So bekommen die jungen Setzlinge wertvolle Monate Zeit zum ordentlichen Anwurzeln, bevor die ersten wirklich heißen Sommertage eintreffen.
Den idealen Standort wählen
Diese anspruchslose Staude liebt direktes Sonnenlicht und gut durchlüfteten Boden. Ein offener, sonniger Platz ist für ihr gesundes Gedeihen schlicht unverzichtbar. Im dauerhaften Schatten oder bei übermäßiger Feuchtigkeit kommt sie überhaupt nicht zurecht und könnte im Winter durch Staunässe leicht faulen.
Wer im Garten schweren, undurchlässigen Lehmboden hat, muss diesen vor der Pflanzung zunächst auflockern. Dazu genügt es, die oberste Schicht umzugraben und großzügig groben Sand oder feinen Kies einzuarbeiten, damit überschüssiges Wasser ungehindert abfließen kann. Paradoxerweise gilt: Je magerer und trockener der Boden, desto dichter, gesünder und kompakter wächst der Thymian.
So gehen Sie beim Pflanzen konkret vor
Um den gewünschten Effekt eines geschlossenen Teppichs zu erzielen, benötigen Sie zu Beginn mehrere Setzlinge pro Quadratmeter. Die Pflanze breitet sich zwar von selbst in die Breite aus, doch im ersten Jahr sollte man keine rasante Geschwindigkeit erwarten. Mit etwas Geduld und durchdachten Abständen entsteht jedoch bereits nach einer bis zwei Saisons ein wunderschön geschlossener, undurchdringlicher Bewuchs.
Nach etwa zwei Jahren bildet sich in der Regel eine so dichte, verwobene Schicht aus Blättern und Blüten, dass Unkraut keinerlei Chance mehr zur Entfaltung hat. Damit reduziert sich der notwendige Pflegeaufwand im Garten auf ein absolut zufriedenstellendes Minimum.
Pflege: Was unbedingt zu tun ist – und was man besser lässt
Im Vergleich zum klassischen englischen Rasen ist die Pflege von Kriechthymian schlicht traumhaft unkompliziert. Um sein perfektes, vitales Erscheinungsbild zu erhalten, reicht es, nur wenige einfache und logische Regeln zu befolgen.
- Kürzen Sie gegen Ende des Winters die verblassten, unansehnlichen oder gebräunten Triebspitzen leicht zurück. Die Pflanze treibt dann im Frühjahr wunderschön neu aus.
- Lassen Sie den Bewuchs in den warmen Sommermonaten in Ruhe und verzichten Sie unbedingt auf jeden radikalen Rückschnitt.
- Verwenden Sie niemals Kunstdünger oder sehr nährstoffreichen Kompost – ein Übermaß an Stickstoff und Nährstoffen bewirkt lediglich, dass die Pflanze ins Kraut schießt, schlaff wird und ihre wertvolle kompakte Struktur verliert.
- Gießen Sie ausschließlich in Phasen extremer, anhaltender Trockenheit. Es ist stets besser, einmalig größere Wassermengen direkt an die Wurzeln zu geben, als das Beet täglich nur oberflächlich zu benetzen.
Wer es bisher gewohnt war, jeden Samstag hinter dem Rasenmäher herzulaufen, muss sich an eine völlig neue, weitaus angenehmere Routine gewöhnen. Die gesamte Jahrespflege dieses duftenden grünen Teppichs beansprucht nämlich nur einen Bruchteil der früheren Zeit.
Können Pflanzen wirklich alle Mücken vertreiben?
Seien wir ehrlich: Kein Kraut der Welt kann rund um die Terrasse ein absolut undurchdringliches Schutzschild errichten, durch das kein einziger verirrter Stechmücke schlüpft. Stark aromatische Sorten können jedoch zuverlässig dafür sorgen, dass blutsaugende Insekten Ihre unmittelbare Umgebung lieber meiden. Kriechthymian wird daher zur Verstärkung des gewünschten Effekts häufig mit anderen intensiv duftenden Blumen und Kräutern kombiniert.
Zu den bewährten und sehr beliebten Duft-Kombinationen zählen:
- erfrischende Zitronenverbene, Duftpelargonien oder Zitronengras in großen Kübeln auf der Terrasse
- klassischer lila Lavendel entlang der Hauptgartenwege und Erholungsbereiche
- Küchen-Rosmarin und Heilsalbei im Kräuterbeet nahe der Terrassentür
- Kriechthymian, der direkt durch die aufgeheizte Pflasterfläche des Sitzplatzes wächst
Pflanzt man mehrere verschiedene ätherische-Öl-reiche Arten nah beieinander, entsteht eine derart intensive Geruchsbarriere, dass stechendem Insekten die Umgebung schlicht unangenehm wird. Besonders in geschützten, warmen und windstillen Gartenecken bemerkt man bald eine deutliche Abnahme des nervigen Summens am Ohr. Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Rasenfläche ohne Duftpflanzen ist dabei enorm.
Tipps für einen entspannten Sommer ohne unnötigen Aufwand
Wenn Sie ohnehin vorhaben, einen problematischen Teil der Rasenfläche zu ersetzen, können Sie bei der Planung ruhig Ihrer gärtnerischen Fantasie freien Lauf lassen. Ein geschmackvoller Kiesweg, der sanft von duftendem Thymian gesäumt wird, einige elegante Hochbeete mit robusten Kräutern und ein etwas größerer Baum, der gnädigen Schatten spendet – all das verwandelt selbst einen öden Flecken in die schönste sommerliche Wohlfühloase.
Ein kleiner Hinweis gilt jedoch für Familien mit kleinen, sehr aktiven Kindern. Für tägliche Fußballspiele in Stollen oder intensives Herumtoben neben dem Gartentrampolin bleibt ein Stück gewöhnlicher, strapazierfähiger Rasen schlicht die praktischere Wahl. Kriechthymian entfaltet seinen ganzen Glanz vor allem in den ruhigeren Zonen – entlang von Stützmauern, unter der Wäscheleine, als Einfassung der Einfahrt oder ausgebreitet rund um die gemütlichen Liegestühle. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlicher, stilvoller Garten, der Wasser spart, Auge und Nase erfreut und Ihnen obendrein den endlosen Kampf gegen lästige Insekten spürbar erleichtert.










