Streit um Epsteins Geheimnisse: Kongressausschuss weist Forderungen von Milliardär Leon Black zurück

Kongress dreht den Druck auf – und meint es ernst

Die parlamentarische Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit rund um Jeffrey Epstein nimmt eine überraschend scharfe Wendung. Ausschussvorsitzender James Comer hat dem Milliardär Leon Black offen mit einer formellen Anklage wegen Missachtung des Kongresses gedroht – sollte dieser weiterhin entscheidende Dokumente zurückhalten.

Der republikanische Abgeordnete aus Kentucky schickte dem Anwaltsteam des Apollo-Gründers eine unmissverständliche Botschaft. Alle geforderten Unterlagen müssen vollständig eingereicht werden – und zwar bis Anfang September. An diesem Datum hört jede Geduld auf.

Verhör im Juni endet als komplettes Debakel

Ein früherer Versuch, den einflussreichen Finanzmann zu befragen, scheiterte spektakulär. Als Ermittler im Juni versuchten, Details seiner Stillschweigevereinbarungen zu klären, verließ Black den Raum nach gerade einmal sechzig Minuten. Der Ausschuss reagierte sofort mit offiziellen Vorladungen, die die Herausgabe von Akten und die Teilnahme an einer formellen Anhörung ausdrücklich vorschreiben.

Erscheint der Milliardär am 3. September 2026 nicht zur geplanten Aussage oder hält er weiterhin relevante Unterlagen zurück, wird der Kongress sämtliche verfügbaren Zwangsmittel einsetzen. Die schärfsten rechtlichen Sanktionen, die dem Ausschuss zur Verfügung stehen, liegen bereits auf dem Tisch.

Harter Konflikt um Stillschweigevereinbarungen

Im Kern dreht sich der aktuelle Streit um spezifische Geheimhaltungsverträge, die in direktem Zusammenhang mit dem verstorbenen Finanzier stehen. Black bot den Ermittlern zwar an, zwei konkrete Verträge vorzulegen – doch seine Anwälte knüpften daran weitreichende und völlig unübliche Bedingungen.

Unter den Forderungen: vollständige Immunität vor einer möglichen Strafverfolgung, eine Verschiebung der Befragung auf einen Oktober-Termin sowie eine strikte Beschränkung der Fragen ausschließlich auf jene zwei Verträge. Der Ausschussvorsitzende lehnte diesen Vorschlag sofort und ohne jede Diskussion ab.

Nach seiner Auffassung hat ein unter Ermittlung stehender Zeuge keinerlei Recht, die Grenzen einer Kongressuntersuchung selbst zu bestimmen oder eigenmächtig auszuwählen, welche Beweise für den Fall relevant sind. Obwohl die strittigen Vereinbarungen erst nach Epsteins Tod im Jahr 2019 geschlossen wurden, besteht ein starker Verdacht, dass sie Klauseln enthalten könnten, die frühere Opfer zum Schweigen verpflichten.

Blacks Anwältin Susan Estrich wehrte sich scharf gegen das aggressive Vorgehen der Gesetzgeber. Sie bezeichnete die gesamte Initiative als politisch motivierte Hexenjagd und betonte, dass der Kongress unter dem Deckmantel der Beweissuche die Privatsphäre ihres Mandanten nicht in dieser beispiellosen Weise verletzen dürfe.

Astronomische Beraterhonorare über ein Jahrzehnt

Die finanziellen Verflechtungen zwischen beiden Männern sind keine neue Entdeckung – sie reichen weit in die Vergangenheit zurück und erstreckten sich über mehr als zehn Jahre. Von 2012 bis 2017 erbrachte Epstein für den Private-Equity-Giganten umfangreiche Dienstleistungen in den Bereichen Steuer- und Vermögensplanung.

Aus detaillierten Finanzdokumenten, die Senator Ron Wyden früher öffentlich gemacht hatte, geht ein besonders erschütternder Fakt hervor. Leon Black war über einen langen Zeitraum hinweg schlicht die wichtigste Einnahmequelle des kontroversen Finanziers – und die Gesamtsumme der gezahlten Beratungshonorare belief sich auf astronomische 170 Millionen Dollar.

Dieses äußerst lukrative Geschäft lief selbst dann ungestört weiter, nachdem Epstein 2008 in Florida rechtskräftig wegen des Kaufs sexueller Dienstleistungen von einer Minderjährigen verurteilt worden war. Black verteidigt sich beharrlich damit, von dem weitreichenden Missbrauchsnetzwerk bis zur Verhaftung im Juli 2019 nichts gewusst zu haben.

Obwohl er früher offiziell eingeräumt hatte, von älteren Prostitutionsvorwürfen Kenntnis gehabt zu haben, besteht er weiterhin auf seiner Version. Die Hunderte Millionen Dollar seien ausschließlich als Vergütung für vollkommen legitime und hochspezialisierte Finanzstrategien geflossen.

Wachsender Druck auf vollständige Transparenz

Die aktuelle Pattstellung zwischen dem mächtigen Ausschuss und dem bekannten Milliardär ist nur ein Puzzlestück eines weit größeren rechtlichen Gesamtbildes. Die Bemühungen, das verzweigte Netzwerk aus Komplizen und Mitarbeitern vollständig aufzudecken, haben zuletzt auf allen Ebenen deutlich an Fahrt aufgenommen.

Ein anschauliches Beispiel ist die jüngste Entscheidung eines Bundesgerichts, das den Antrag der verurteilten Mittäterin Ghislaine Maxwell kategorisch abgelehnt hat. Diese hatte in letzter Minute versucht, mit juristischen Winkelzügen die Veröffentlichung eines umfangreichen Archivs brisanter Gerichtsakten zu verhindern.

Die bevorstehende Offenlegung dieser bislang streng geschützten Unterlagen – direkt herbeigeführt durch neue Transparenzgesetzgebung – spiegelt eine tiefgreifende gesellschaftliche Stimmungsverschiebung wider. Gesetzgeber und Gerichte ziehen nun an einem Strang, mit einem klar definierten Ziel: die seit Langem verborgenen Wahrheiten über den gesamten dunklen Hintergrund dieser Affäre endgültig ans Licht zu bringen.

Author

  • Julia Hofer ist eine österreichische Content Creatorin, die sich auf Wohnen, Dekoration und moderne Lifestyle-Themen spezialisiert hat. Ihre Beiträge bieten Inspiration für den Alltag und ein gemütliches Zuhause. %page%

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