Nach einem verheerenden Waldbrand in der Region Gironde erwartete die Einsatzkräfte in der Gemeinde Le Porge eine erschütternde Entdeckung. Die verkohlten Brandstellen gaben nämlich fast 400 Stück nicht explodierter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg preis. Das Feuer hatte die dichte Vegetation vollständig niedergebrannt und dabei unbeabsichtigt ein jahrzehntelang verborgenes Arsenal freigelegt. Unter den gefundenen Objekten dominierten vor allem französische und deutsche Mörsergranaten, wobei einige dieser Geschosse beeindruckende dreißig Zentimeter maßen.
Das verheerende Naturereignis begann am 22. Juli in der Nähe der Ortschaft Saumos zu wüten. Innerhalb von zehn zermürbenden Tagen im Kampf gegen die Flammen wurden rund 42.000 Hektar Bewuchs eingeäschert, und allein in Le Porge wurden mehr als 180 Wohngebäude zerstört. Den meisten evakuierten Bewohnern wurde am Abend des 3. August die Rückkehr in ihre Häuser genehmigt. Der Zugang zu den am schwersten betroffenen Zonen bleibt jedoch aus Sicherheitsgründen weiterhin streng eingeschränkt.
Erschreckende Explosionen mitten in den Flammen
Die Anwohner erlebten in der zweiten Brandnacht Momente des puren Schreckens. Aus dem Wald hallten über hundert gewaltige Detonationen. Bürgermeister Martial Zaninetti beschrieb diese beängstigende Geräuschkulisse als ein Erlebnis, das stark an einen echten Kriegsschauplatz erinnerte. Die Gemeindeverwaltung hatte zuvor keinerlei Kenntnis von einem verborgenen Munitionsdepot auf ihrem Gemeindegebiet.
Zunächst wurde angenommen, dass explodierende Propangasflaschen für den ohrenbetäubenden Lärm verantwortlich waren. Spätere Ermittlungen ergaben jedoch, dass zumindest ein Teil der Explosionen auf historische Munition zurückzuführen war, die extremen Temperaturen ausgesetzt wurde. Die erhitzten Geschosse flogen völlig unkontrolliert in alle Richtungen, und eine Granate durchschlug sogar die Wand eines nahegelegenen Wohnhauses.
Pyrotechniker setzen Säuberung der betroffenen Wohngebiete fort
Sprengstoffspezialisten konzentrierten sich in der ersten Phase verständlicherweise auf die Munition, die offen an der Oberfläche lag. Die schnelle Beseitigung dieser sichtbaren Gefahren hatte höchste Priorität, damit die Bewohner mit minimalem Risiko in ihre Häuser zurückkehren konnten. Detaillierte Erkundungen werden jedoch vor allem in den Vierteln Plein Soleil und Ferron fortgesetzt. Die Experten müssen das gesamte Gebiet gründlich untersuchen, da weitere nicht explodierte Granaten noch unter einer Schicht aus Asche, Erde und verkohlten Trümmern verborgen liegen könnten.
Das gesamte sichergestellte Arsenal wird nun in eine spezialisierte Militäreinrichtung gebracht, wo es sicher und kontrolliert vernichtet wird. Aus historischer Sicht ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich an diesem Ort ein offizielles Munitionslager befand. Weitaus plausibler erscheint die Theorie, dass die Waffen während taktischer Militäreinsätze im Zweiten Weltkrieg hastig versteckt oder zurückgelassen wurden.
Solange alle Aufräumarbeiten nicht vollständig abgeschlossen sind, bleiben die direkt betroffenen Bereiche hermetisch abgeriegelt. Die Sicherheitsbehörden warnen alle Bewohner eindringlich vor unnötiger Risikobereitschaft. Neben der Gefahr durch verborgene Sprengkörper stellen in der ausgebrannten Landschaft auch herumfliegende Asche, toxischer Ruß und die instabile Statik verkohlter Bäume ernsthafte Gesundheits- und Sicherheitsrisiken dar.










