Kleine Tiere, große Wirkung
In den Sommermonaten verlagert sich unser Alltag ganz selbstverständlich nach draußen. Gartenmöbel werden aufgestellt, Pflanzen in größere Töpfe umgesetzt und der Grill kommt regelmäßig zum Einsatz.
Genau bei diesen alltäglichen Beschäftigungen fallen uns oft kleine Dinge rund ums Haus auf. Vielleicht trocknet das Substrat ungewöhnlich schnell aus, wackeln Terrassenplatten oder Ihre Lieblingsblumen wirken seltsam schlapp. All diese Zeichen verdienen Aufmerksamkeit – und zur Chemiekule sollte man dabei nicht vorschnell greifen.
Überraschend nützliche Helfer im Garten
Der Anblick kleiner schwarzer Ameisen, die zwischen Blumentöpfen oder über die Terrasse wuseln, verdirbt vielen die Laune. Der erste Impuls ist oft, zu starken Insektiziden zu greifen – obwohl die Tiere selbst nur selten das eigentliche Problem darstellen.
Ameisen, die in unseren klimatischen Verhältnissen vorkommen, greifen lebende Pflanzen so gut wie nie an. Tatsächlich übernehmen sie die Rolle fleißiger Helfer. Sie beseitigen abgestorbene Insekten und lockern die Erde auf, wodurch Regenwasser und Gießwasser leichter tief zu den Wurzeln vordringen kann.
Stellt man eine plötzliche Vermehrung fest, bedeutet das meist, dass sich in der Umgebung etwas verändert hat. Diese kleinen Insekten sind ständig auf der Suche nach Nahrung, Wärme und einem sicheren Unterschlupf. Bevor man also zur Bekämpfung übergeht, lohnt es sich, ihre Wege eine Weile zu beobachten. So lässt sich schnell herausfinden, ob es sich um harmlosen Besuch handelt oder um einen Hinweis auf ein ernsteres Problem.
Das Verhältnis zwischen Ameisen und Blattläusen
Bewegen sich Ameisen auffällig häufig an Rosen, Obstbäumen oder Zimmerpflanzen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Blattläuse im Spiel sind. Beide Arten leben nämlich in einer für beide Seiten vorteilhaften Beziehung. Ameisen lieben den süßen Honigtau, den Blattläuse ausscheiden, und schützen im Gegenzug ihre „Herde“ energisch vor natürlichen Feinden wie dem Siebenpunkt-Marienkäfer.
In diesem Fall muss man in erster Linie gegen die Blattläuse vorgehen, denn diese schwächen Zier- und Nutzpflanzen erheblich. Die Ameisen allein zu bekämpfen würde das eigentliche Problem kein bisschen lösen.
Warnsignale unter den Platten und in Blumentöpfen
Ein eigenes Thema sind Ameisenkolonien, die sich unter Terrassenplatten verstecken. Warme und trockene Fugen bieten ideale Bedingungen für die Nestgründung – besonders wenn die Steine auf einem Sandbett verlegt sind.
Sobald die Arbeiterinnen fleißig losen Sand nach oben befördern, entstehen im Untergrund verborgene Hohlräume. Das führt unweigerlich dazu, dass Platten einsinken und wackeln. Bei der Planung neuer befestigter Flächen empfiehlt es sich daher, Schotterbettungen zu verwenden oder die Fugen dauerhaft mit qualitativ hochwertigem Mörtel zu verfüllen.
Ähnlich verlockend ist für Ameisen auch die lockere, luftige Erde in Zierkübeln. Ihr weitverzweigtes System unterirdischer Gänge sorgt jedoch dafür, dass das Gießwasser zu schnell durch das Substrat läuft. Der Wurzelballen kann nicht genug Feuchtigkeit aufnehmen, trocknet rasch aus und die Pflanze leidet unter Wasser- und Nährstoffmangel.
Ameisen als Indikator für vernachlässigte Stellen
Ameisen im Garten sollte man schlichtweg nicht nur als lästiges Übel betrachten. Sehr oft dienen sie uns als zuverlässiger Hinweisgeber auf Stellen, die im Garten mehr Aufmerksamkeit brauchen. Wer den Zustand der Blätter sorgfältig prüft, die Stabilität der Terrasse kontrolliert und die Erdqualität in den Töpfen untersucht, findet in aller Regel sehr schnell den wahren Grund für die verstärkte Aktivität dieser kleinen Tiere.










