„Die Amerikaner stehen nicht mehr auf unserer Seite“: Merkels düstere Warnung an Europa

Zelenskyjs schicksalhafte Entscheidung in den ersten Kriegsstunden

In ihren neuen Memoiren und während eines jüngsten Auftritts in Bukarest blickte die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die dramatischen ersten Stunden des russisch-ukrainischen Krieges im Februar 2022 zurück. Dabei würdigte sie ausdrücklich den außerordentlichen Mut, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in diesen entscheidenden Momenten bewiesen hat.

Gleich zu Beginn der Invasion boten Vertreter Washingtons dem ukrainischen Staatsoberhaupt einen sicheren Rückzugsweg und Asyl auf amerikanischem Boden an. Selenskyj entschied sich jedoch zu bleiben. Wäre er damals geflohen, würde eine souveräne und unabhängige Ukraine in ihrer heutigen Form schlicht nicht mehr existieren – so die Einschätzung der ehemaligen Kanzlerin.

Er wählte stattdessen den aktiven Kampf für das Schicksal seines Volkes. Mit dem nötigen zeitlichen Abstand betrachtet, erweist sich sein Verbleib in der beschossenen Hauptstadt als absolut entscheidende Wendung, die eine blitzschnelle Niederlage des gesamten Staates verhinderte.

Der Preis der Freiheit und eine neue Sicherheitsrealität

Die langjährige Regierungschefin, die Deutschland ganze sechzehn Jahre lang führte, verknüpfte diese historischen Momente eng mit der Sicherheitslage des gesamten europäischen Kontinents. Europa müsse endlich eine deutlich gefährlichere Weltlage akzeptieren, betonte sie unmissverständlich.

Mit Blick auf moderne Bedrohungen – darunter autonome Militärtechnologien – erkannte sie die berechtigten Sorgen jüngerer Generationen ausdrücklich an. Diese hätten nach ihren Worten jedes Recht, die langfristige Stabilität des westlichen Bündnisses zu hinterfragen. Gleichzeitig sprach sie eine außerordentlich ernste Warnung aus: Die amerikanische Unterstützung sei längst nicht mehr so selbstverständlich wie in der Vergangenheit.

Um eine freie und friedliche Zukunft zu sichern, werden europäische Staaten ihre Verteidigungsbudgets erheblich aufstocken müssen. Für die eigene Sicherheit wird schlicht deutlich mehr Geld aufgewendet werden müssen als in den vergangenen Jahrzehnten. Europa kann sich nicht länger auf sogenannte Friedensdividenden oder automatischen Schutz verlassen, der die Weltordnung nach 1989 geprägt hat.

Dieses bemerkenswert offene Eingeständnis kommt zu einem Zeitpunkt, da ihr eigenes politisches Erbe zunehmend kritisch beleuchtet wird. Im Fokus der Kritik stehen vor allem die einstige tiefe Abhängigkeit Deutschlands von günstigem russischem Erdgas sowie ihre früheren zögerlichen Haltungen gegenüber einem NATO-Beitritt der Ukraine.

Respekt vor realer Macht und ein endgültig abgeschlossenes Kapitel

Beim Rückblick auf ihre zahlreichen persönlichen Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gewährte Merkel einen bemerkenswert ehrlichen Einblick in dessen politische Denkweise. Moskau reagiere und kooperiere ausschließlich mit aktiven politischen Kräften, so ihr Fazit. Spekulationen darüber, ob sie künftig als Sondergesandte für Friedensverhandlungen auftreten könnte, wies sie entschieden zurück.

Ihre eigene politische Laufbahn sei endgültig und unwiderruflich beendet. Der gegenwärtige Kremlchef zeige nach ihren Erfahrungen nur denjenigen Respekt, die tatsächlich reale Macht in Händen halten. Jegliche künftige Verhandlungen mit ihm müssten daher ausschließlich von jenen geführt werden, die aktuell politische Verantwortung tragen – nicht von Politikern im Ruhestand.

Ihr neuestes Werk mit dem Titel Freiheit. Erinnerungen 1954–2021 stellte sie in den prachtvollen Räumlichkeiten des Rumänischen Athenäums der Öffentlichkeit vor. Obwohl sie dort einen äußerst herzlichen Empfang erlebte, stellen zahlreiche Experten die Wirksamkeit ihrer jahrelangen Ostpolitik weiterhin in Frage.

Große Fragezeichen bleiben insbesondere über dem früheren Aufbau enger wirtschaftlicher Verflechtungen sowie über den sogenannten Minsker Abkommen. Diese konnten die beispiellose militärische Aggression letztlich nicht verhindern.

Author

  • Julia Hofer ist eine österreichische Content Creatorin, die sich auf Wohnen, Dekoration und moderne Lifestyle-Themen spezialisiert hat. Ihre Beiträge bieten Inspiration für den Alltag und ein gemütliches Zuhause. %page%

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