Eine neue Welle von Ermittlungen trifft amerikanische Hochschulen
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat eine umfangreiche Reihe neuer Untersuchungen an amerikanischen Hochschulen eingeleitet. Im Fokus stehen dabei umstrittene Zulassungsverfahren sowie der Umgang der Bildungseinrichtungen mit pro-palästinensischen Demonstrationen. Zahlreiche renommierte Universitäten sehen sich damit unerwarteten rechtlichen und politischen Herausforderungen gegenüber.
Die Behörden hinterfragen aktuell das Zulassungsverfahren der juristischen Fakultät der Duke University. Gleichzeitig werden zwei kalifornische Universitäten wegen schwerwiegender Vorwürfe eines angeblich zunehmenden Antisemitismus auf dem Campus genau unter die Lupe genommen. Diese Schritte verdeutlichen, wie stark die staatliche Kontrolle über den Hochschulbereich zunimmt.
Zulassungsverfahren geraten ins Visier
Bundesermittler sind zu dem Schluss gekommen, dass die juristische Fakultät der Duke University schwarze und lateinamerikanische Bewerber bei der Studentenauswahl unrechtmäßig bevorzugt hat. Den offiziellen Feststellungen zufolge legt die Hochschule so großen Wert auf ethnische Vielfalt, dass diese Bewerber gegenüber weißen oder asiatischen Studierenden mit identischen akademischen Voraussetzungen deutlich bessere Chancen auf einen Studienplatz haben.
Die zuständigen Behörden streben nun eine außergerichtliche Einigung und eine freiwillige Korrektur an. Die Universität selbst erklärte, sie prüfe die vorgelegten Ergebnisse sorgfältig und sei weiterhin entschlossen, im Einklang mit dem Gesetz zu handeln, ohne dabei ihren akademischen Auftrag zu vernachlässigen.
Mit ähnlichen bundesbehördlichen Beanstandungen waren im vergangenen Jahr bereits die medizinischen Fakultäten der Yale University und der UCLA konfrontiert. Beide Einrichtungen verteidigten ihr System nachdrücklich mit dem Argument, es beruhe ausschließlich auf tatsächlichen Verdiensten und nachgewiesenen Fähigkeiten der Studierenden.
Die aktuellen Auseinandersetzungen knüpfen unmittelbar an das wegweisende Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2023 an, das die Berücksichtigung der ethnischen Zugehörigkeit bei Zulassungsverfahren einschränkte — ursprünglich mit Blick auf Einrichtungen wie die Harvard University und die University of North Carolina. Universitäten dürfen zwar weiterhin berücksichtigen, wie persönliche Erfahrungen eines Bewerbers seinen Charakter geprägt haben, die ethnische Herkunft allein darf jedoch kein ausschlaggebendes Zulassungskriterium mehr sein.
Campus-Demonstrationen rücken in den Fokus der Regierung
Die zuständigen Ministerien haben unterdessen ihre Aufmerksamkeit auf die San José State University und die San Francisco State University gerichtet. Hauptgrund sind zunehmende Beschwerden über angeblich unzureichende Maßnahmen der Hochschulleitungen gegen antisemitische Vorfälle.
Vertreter der Bundesregierung verweisen auf feindseliges Verhalten gegenüber jüdischen Studierenden, Hassparolen sowie Protestaktionen, die den regulären Lehrbetrieb erheblich störten. Beide betroffenen Bildungseinrichtungen verurteilten jeglichen Antisemitismus, Islamophobie und andere Formen der Diskriminierung umgehend und in aller Schärfe.
Die Hochschulleitung in San José wies zudem entschieden den Vorwurf zurück, jüdische Studierende seien allein aufgrund ihrer politischen Haltung zur israelischen Regierung in „gute“ und „schlechte“ eingeteilt worden. Die Universität bestritt kategorisch, dass eine solche Äußerung jemals von einem ihrer Vertreter gemacht worden sei.
Während die Regierung darauf besteht, dass Teile des pro-palästinensischen Aktivismus nachweislich in Antisemitismus oder die Unterstützung extremistischer Gruppen abgleiten, sehen die Demonstranten das ganz anders. Viele Protestierende — darunter überraschenderweise auch einige jüdische Organisationen — weisen darauf hin, dass berechtigte Kritik an israelischen Militäroperationen und das Eintreten für Menschenrechte von den Behörden fälschlicherweise als Hassäußerungen eingestuft werden.
Alle genannten Fälle bilden nur einen Bruchteil eines weit größeren gesellschaftlichen Konflikts um die künftige Unabhängigkeit des amerikanischen Hochschulwesens. Bildungsministerin Linda McMahon fordert kompromisslos umfassende Reformen bis Ende 2026, während die einflussreiche Lehrergewerkschaft National Education Association die Universitäten lautstark dazu aufruft, den Forderungen der Regierung nicht nachzugeben.










